Ibolya Hock-Englender: „Das Wichtigste ist, dass wir zusammenhalten“

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24. Festgala am Tag der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen

Die in Ungarn lebende deutsche Gemeinschaft beging dieses Jahr bereits zum 24. Mal den Tag der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen, und zwar am Jahrestag der Gründung der 1994 das erste Mal gewählten Körperschaften. Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) veranstaltete aus diesem Anlass ihr traditionelles Galaprogramm am 11. Januar 2020 im Kodály Zentrum Fünfkirchen / Pécs.

Die aus dem ganzen Lande angereisten Gäste begrüßte die Vorsitzende der LdU. Ibolya Hock-Englender wies in ihrer Rede auf Ergebnisse und Schlussfolgerungen bezüglich der Wahl der Nationalitätenselbstverwaltungen 2019 hin, und verwies auch auf die für 2020 gesetzten Ziele: „Wir möchten den von den lokalen deutschen Selbstverwaltungen getragenen Institutionen mehr Unterstützung bieten, das Stipendienprogramm fortführen, im Bildungsbereich werden neue Curricula geschrieben. Wir nehmen eine stärkere Förderung der Jugendarbeit vor, die Vereine und Kulturgruppen können nach wie vor auf uns zählen. Es mag sein, dass nicht alle unserer Erwartungen und Vorhaben in Erfüllung gehen, dass wir trotz vieler Bemühungen Misserfolge einstecken müssen, das Wichtigste für mich ist aber, dass wir zusammenhalten, dass wir den Willen, etwas erreichen zu wollen in dem Anderen schätzen, dass wir in diesem Sinne handeln. 
„Feierlichkeiten, wie diese heute, gehören zu den ausgesprochen angenehmen Aufgaben meines Berufs“, gestand in ihrer Festrede die Botschafterin der Republik Österreich in Ungarn. Mag. iur Elisabeth Ellison-Kramer unterstrich in Anbetracht der aktuellsten Wirtschaftskennzahlen die seit Jahren guten bilateralen Beziehungen in den Bereichen des Handels, des Tourismus‘, aber auch der Kultur und der Politik, und betonte die Wichtigkeit der Achtung und des Schutzes der Minderheiten.
Schon zum 17. Mal wurde im Rahmen des Galaprogramms der Valeria-Koch-Preis an ungarndeutsche MittelschülerInnen für ihre herausragenden schulischen Leistungen und ihre Tätigkeit im Nationalitätenbereich, bzw. an HochschulabsolventInnen für ihre Diplomarbeit über ein ungarndeutsches Thema überreicht. Die Auszeichnung erhielt diesmal auch eine Dame aus unserem Komitat, Natalia Hedrich aus Tschatali / Csátalja (Schülerin des Ungarndeutschen Bildungszentrums Baja).

Im Rahmen der Gala wurde auch die höchste Auszeichnung der Ungarndeutschen, die Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum an drei Persönlichkeiten überreicht. Unter den diesjährigen PreisträgerInnen begrüßen wir diesmal eine Gelehrte vom Komitat Bács-Kiskun, die aus Akasztó stammende Dr. Ágnes Tóth.

Die Historikerin, habilitierter Doktor, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Minderheitenforschungsinstituts der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und Leiterin des Stiftungslehrstuhls für Deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa an der Universität in Fünfkirchen. Dr. Ágnes Tóth stammt aus Akasztó, studierte in Segedin / Szeged Ungarisch und Geschichte, arbeitete zunächst im Komitatsarchiv von Batsch-Kleinkumanien / Bács-Kiskun. Zu dieser Zeit wandte sie sich der Geschichte der Dörfer im 20. Jahrhundert zu, und begann, Forschungen in Bezug auf die Ungarndeutschen – insbesondere zu den territorialen Unterschieden der Vertreibung – anzustellen. Ihre diesbezüglichen Werke („Kolonisationen in Ungarn zwischen 1948-1948“; „Parteistaat und Nationalitäten 1950-1973“; „Heimgekehrte“; „Quellen zur Geschichte der Deutschen in Ungarn 1944-1953“) bedeuteten Meilensteine der einschlägigen Forschungen. Ihre wichtigsten Forschungsgebiete: die Geschichte Ungarns und Ost-Mittel-Europas im 20. Jahrhundert, insbesondere die Minderheiten dieser Region; national-ethnische Minderheiten Ungarns im 21. Jahrhundert; die Revolution von 1956, vor allem die Geschehnisse im Komitat Batsch-Kleinkumanien.
Das Galaprogramm gestalten auch heuer niveauvolle und preisgekrönte Ensembles der Ungarndeutschen.
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Lajos Káposzta – LdU Nachrichten

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