Berühmte Ungarndeutsche

0
271

In Ungarn leben seit dem Mittelalter neben den Magyaren auch andere Nationen.
Die Frau des ersten Königs, Stefan I. (Szent István) war eine bayerische Königstochter, Gisela.
In ihrem Gefolge kamen die ersten deutschen Ritter und Priester, die zur Prägung der ungarischen Kultur wesentlich
beitrugen. Seitdem sind 1000 Jahre vergangen, aber der Zustrom deutscher, österreichischer, belgischer, schweizerischer, niederländischer und andererdeutschsprachiger Staatsbürger riss bis heute nicht ab. Diese „Ausländer” wurden nach einigen Generationen zu „guten Ungarn” und steuerten viel zur Entwicklung des Landes bei.

Wir beginnen mit einer Serie, in der solche Ungarndeutschen vorgestellt werden, ohne die die ungarische, sogar die europäische Kultur und Wissenschaft, ärmer wären.
Ihre Muttersprache war vielleicht noch nicht ungarisch, aber in ihren
Publikationen kommt ggf. neben dem Lateinischen, auch die Landessprache vor.
Sie waren also keine Deutschen, keine Magyaren, sondern „Ungarn”.
Ignác Semmelweis, Retter der Mütter (1818-1865)
Semmelweis wurde in Buda in einer Bürgerfamilie geboren; seine Schulzeit absolvierte er ebenfalls in Buda sowie in Wien. Nachdem er Professor für Entbindung geworden war, kehrte in die ungarische Hauptstadt zurück und arbeitete ein Jahrzehnt als Chefarzt und Professor an der Frauenklinik.  Wegen seiner Krankheit geriet er wiederum nach Wien, wo er auch behandelt wurde.
Seine zweifellos größte Entdeckung ist die Vermeidung des Wochenbettfiebers.
1848 ließ er, noch in Wien, das desinfizierende Händewaschen für Ärzte einführen. Diese hatten nämlich erst Leichen seziert, anschließend dann Frauen bei der Geburt geholfen und sie so tödlich mit Bakterien infiziert. Als Ergebnis dieser Initiative ging die Müttersterblichkeit in den Krankenhäusern sprunghaft zurück.

Weil er sich von seiner Umwelt unverstanden, oft angefeindet fühlte,
beging er 1865 Selbstmord — wie zahlreiche Ungarn damals und auch heute…