Im Walde

0
204

Praktische Ratschläge für Unternehmer und andere Lebenskünstler
József Szépfalusi wohnt in Szeged und arbeitet als Fremdenführer, Dolmetscher, Lehrer und Fachingenieur. Obwohl er einen schön klingenden ungarischen Familiennamen hat, ist er Mitglied der Szegediner Deutschen Selbstverwaltung. Auf Wunsch vieler Leser kommt jetzt ins KleBlatt ein Gedicht aus seiner Feder.

József Szépfalusi: Der Hampelmann
Der Hampelmann, der Hampelmann
Glaubt, dass er sehr gut schaukeln kann.
Umsonst sagt man: du musst noch lernen.
– Schaukeln ist doch einfach lenken,
Hoch nach vorne und nach hinten.
Wiederholen, immer wieder!
Einfach ist es, kannst du sehen,
Fliege so leicht wie die Krähen. –
– Du Hampelmann! Du Hampelmann!
Mach mir Sorgen, fass dich an!
Halt den Gürtel mit den Händen!
Halte fest an beiden Enden! –
Widerspricht, und ist sehr munter,
Bis auf einmal rutscht er runter.
Fliegt alleine, ohne Schaukel.
Es wird weh tun, er weiß genau es.
Spiegelt Angst in beiden Augen.
– Nächstens wirst du uns schon folgen! –
Glück im Unglück: Gott sei Dank!
Drunten war nur sanfter Sand.
Hockt schon unten, ist erschrocken.
Mit Sand sind ja voll die Socken,
Voll mit Sand sind seine Socken.
Glück!… War unten keine Rose!
(15. 06. 1996)
Theodor Storm
Im Walde
Hier an des Bergeshanges
Verstummet ganz der Wind:
Die Zweige hangen nieder,
Darunter sitzt das Kind.
Sie sitzt in Thymian,
Sie sitzt in lauem Duft;
Die blauen Fliegen summen
Und blitzen durch die Luft.
Es steht der Wald so schweigend,
Sie schaut so klug darein;
Um ihre braunen Locken
Hin fließt der Sonnenschein.
Der Kuckuck lacht von ferne,
Es geht mir durch den Sinn;
Sie hat die goldnen Augen
Der Waldeskönigin.

Az erdőben
(Fordította: Szépfalusi József)
Itt a hegyek oldalan
A szél is fennakad;
A gyermek ül a fűben,
Lecsüngő ág alatt.
Virágok es kakukkfű
Árasztja illatát;
Kék legyek zümmögnek s a
Légen cikáznak át.
Oly hallgatag az erdö,
A lány csak néz bele;
Barna tincsi között
Ragyog szép kék szeme.
Távolban kakukk kacag,
Én arra gondolok;
Tekintetében laknak
Az égi angyalok.

József Erdélyi: Der Baum
(Übersetzt von József Szépfalusi)

Beschattet uns in sommerlichen,
heißbestrahlten Mittagsstunden;
mit Feuer versöhnt er im Frost, im Winter,
gibt Blumen den Menschen, den Verliebten,
Obst und Nüsse bei Not den Hungrigen,
Ein Bett für die Jungen, die sich lieben,
dem kleinen Baby bequeme Wiege;
Sarg und Grabkreuz den Toten als Liege;
Er dient allen Lebenden auf Erden;
sogar als Zeltbaum und Dachpfette,
als Schiff, Segelbaum und Segel,
Brunnensäule, Brunnestange, Schwengel.
An der Brunnenstange hängt ein Eimer,
und ins Haus Muldezuber gibt er auch,
Joch, Deichsel, Fuhrwerk sie stammen alle
mit Patenstiel-Hechel von den Bäumen,
die Rute, die schlimmen Kinder zu strafen,
der Armeen Gewehre aus dem Walde kamen,
Tisch, Sessel, Geige, Zaun und Holzbuchstaben,
und noch viele Dinge aus dem Walde kamen.
Möbel, die füllen im Zimmer den Raum
und tausende Sachen gibt uns der Baum,
als Urahn beschützt er uns mit seinen Armen
über uns; die Früchte an den Ästen,
Honig in Höhlen bietet er zum Essen.
Sorgt für uns undankbare Menschen.

FRAU MEISSNER, IST DAS IMMER GUT? Ich meine: literarisch oder dichterisch betrachtet…

Lieber Herr Kaposzta, die Bewertung der Poesie dieses Gedichts liegt vor allem in Auge und Herz des Lesers. Einige Begriffe sind mir total fremd. Aber der Hampelmann ist eine gute GutNachtGeschichte…