Fünf stärkere Erdbeben pro Jahr in Ungarn

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…dennoch gilt Ungarn nur als mäßiges Erdbebengebiet

In Ungarn werden jährlich durchschnittlich 100 bis 120 kleinere Erdbeben registriert. Ihre Stärke liegt unter 2.5 auf der Richterskala und sie werden von Menschen kaum bemerkt. Beben der Stärke 3 treten pro Jahr vier- bis fünfmal auf. Dabei ist das Epizentrum schon deutlich spürbar. Erdbeben mit noch höherer Stärke, die bedeutende Schäden verursachen, ereignen sich glücklicherweise nur alle 15 bis 20 Jahre.

Seismische Zonenkarte Ungarns – eigentlich nicht so schlimm…

Beben der Stärke 5.5 und 6 werden nur alle 40 bis 50 Jahre registriert. Betroffen sind vor allem die Region um Komárom, der Graben bei Mór, die Linie des Flusses Kapos, Eger und der nördliche Teil des Komitats Zala. Das erste registrierte Beben auf dem Gebiet des heutigen Ungarn ereignete sich im Jahre 456 in der Nähe von Szombathely.

Bis heute wurden über 20.000 Beben registriert und katalogisiert. Sehr hilfreich für Erdbebenexperten sind historische Aufzeichnungen und Überlieferungen. Das größte bisher bekannte Beben fand am 28. Juni 1763 in der Nähe von Komárom statt und hatte eine geschätzte Stärke von 6.3 auf der Richterskala. Es gab einige Tote und erheblichen Sachschaden.

Am 8. Juli 1911 gab es ein großes Erdbeben in Kecskemét. Es war kurz, aber hat viele Gebäude beschädigt – wie auch die Kuppel der damaligen neologen Synagoge (heute Haus der Technik auf dem Hauptplatz). Aber zum Glück keine Tote!

Lajos Káposzta

Unser Artikel über Regen und Erdrutsche in Ungarn