Sommerende? Dann Treffen der Lada-Fans am Vadkerter See

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„Der beste Typ der sowjetischen Autoindustrie…“

Ein Campingplatz mit Grill-, Spiel- und Parkmöglichkeiten — das ist ein idealer Ort für Landestreffen der Lada-Fans! Wir sind am See in Soltvadkert (Südungarn, Komitat Bács-Kiskun), wo die letzten warmen Tage des Jahres hunderte Liebhaber dieser Automarke aus dem ehemaligen Ostblock anlockten. Das dreitägige Programm war das 7. Internationale Ladatreffen hier. Es wurde vom Landesverband der Ladabesitzer organisiert und beinhaltete zahlreiche lustige und spektakuläre Elemente wie Quiz-Spiele, Geschicklichkeitswettbewerbe, Motorstärke / Motorlärm-Messung, Gummirauchentwicklung, Sport wie Fußball bzw. Volleyball für Erwachsene und Kinder und natürlich Konzerte an beiden Abenden.

Und woher kamen die 300 bis 400 Wagen der ehemaligen sowjetischen Autoproduktion? Neben den ungarischen Teilnehmern trafen wir verrückte / engagierte Fahrer aus Estland, Litauen, Polen, der Slowakei, Tschechien, Finnland und natürlich Deutschland. Ja, in der DDR war der Lada zwar nicht so verbreitet, wie z. B. in Ungarn, aber die Elite konnte sich das begehrte Auto auch beschaffen.

Wenn man über den Zeltplatz spazierte, konnte man sich an den prachtvollsten Designelementen ergötzen. Es ist da in erster Linie von den wahrheitsgetreu restaurierten oder original erhaltenen Autos die Rede. Sie verdienen großen Respekt. Martin Kusy kam mit einem dreiköpfigen Team vom Tschechischen Ladaclub und das mit einem originalen sowjetischen Militärpolizeifahrzeug! Das war große Klasse!

András Jankó kam aus der ungarischen Stadt in der Slowakei, Komarno. Sein Auto war von Straßenstaub dick bedeckt. Und was steckte unter dieser Schicht? Die originale, „diplomatenblaue Farbe“! Vor dreißig Jahren war dieser Typ der Wunschtraum. Das Auto hat nur 65.000 km auf dem Tacho

Die zahlreichen Varianten des Campinglada waren in ihrer Zeit sehr begehrt. Im Kommunismus durfte man zwar mit Einschränkungen, aber doch relativ frei ins Ausland fahren. (Also, in sozialistische Länder freie Fahrt und in kapitalistische Länder alle drei Jahre…) Die kroatische, rumänische Meeresküste oder eben der Plattensee wurden besonders in den 1970-er und 1980-er Jahren zu einer erreichbaren Welt.

Zu den Camping-Ausrüstungen gehörten Kochgeräte, Betten, Möbel, am Auto anschließbare Zelte und Sonnenschirme. Man kann ruhig behaupten, die ganze Ära wurde mit diesem Auto verknüpft. Das Wort „Lada“ kommt übrigens vom russischen Adjektiv „ladnüj“, also „lieb“.

Ja, wir haben dieses Auto geliebt!

Lajos Káposzta

Reparatur von Oldtimern in Soltvadkert