Kolompár Dzsennifer! — richtig geschrieben?

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Ja, richtig.

Was die jetzt geltende ungarische Rechtsschreibung und die Trends betrifft… Was für Trends?

Zigeunerball in Soltvadkert

Dieser Name klingt merkwürdig, ist aber Realität. Der bei Zigeunern verbreitete Familienname „Kolompár” und der eigentlich englische, jedoch in ungarischer Rechtschreibung verfasste Vorname „Jennifer” existieren in dieser Form wirklich. Dank der Fernsehserien lernen die Roma zahlreiche, „gut klingende” Personennamen kennen, die ihnen gefallen und die sie ihren Kindern gern geben.

Nach dem Minderheitengesetz…

in Ungarn dürfen Minderheiten den Vornamen ihres Kindes selbst wählen. Eben nach dem Gebrauch ihres „Mutterlandes”. Obwohl Zigeuner kein wirkliches „Mutterland” haben, fühlen sie sich überall zu Hause — und übernehmen alles, was ihnen gefällt!

Südslawen aus Hercegszántó in ihrer traditionaler Tracht bei einem Festival

Na gut, Spaß beiseite!

Es gibt wirklich charakteristische Vornamen, die Personen aus den einzelnen Minderheiten gern tragen. Blättern wir im Telefonbuch des Komitats Bács-Kiskun! In Hercegszántó (südlich von Baja) leben zum Beispiel Südlslawen. Dort sind Vornamen wie Borisz, Lyubomir, Baraniszláv oder Bertalan ganz „normal”. Nehmen wir die Seiten von Harta (Dorf zw. Kalocsa und Solt) … hier haben die Schwaben oft so „alte deutsche Namen” wie Daniel, Konrad, Henrik (!) oder Salamon.

Schustertanz von Tschatali / Csátalja

Und in der Dorfsprache existieren wahrscheinlich auch viele Koseformen in der Mundart für die ungarischen Personennamen wie János („Hones“, „Hansi“), Mihály („Mischa“), Erzsébet („Lissi“) oder Katalin („Kathi“, „Treny“).

Diese Koseformen leben oft länger als die alte Mundart selbst. Die Familie hat die alte Sprache längst verlernt, spricht ungarisch, aber die Vornamen und ihre Koseformen — sie sind (noch) geblieben.

Lajos Káposzta

Hungernde Zigeuner?