Ungarndeutsche oder Deutschsprachige in Ungarn?
In der Region zwischen Donau und Theiss „Kleinkumanien“ (Ung: Kiskunság) lassen sich immer mehr deutschsprachige Westeuropäer nieder. Sie kaufen Einzelhöfe, Dorfhäuser, manchmal Wohnungen in einer Stadt und führen ihr Leben — oft als Rentner — in Ungarn weiter. Die Gemeinde Bócsa liegt 40 km südlich von Kecskemét und in der evangelischen Kirchengemeinde kam man auf die Idee, einen deutsch-ungarischen Gottesdienst in den Winterferien zu halten.
Die Einladungen
erfolgten per Mail und durch Inserate. Ende Dezember kamen 25 Leute in der Kirche zusammen. Die Aufgabe, auf Deutsch zu predigen übernahm Prof. Emeritus Dr. Károly Hafenscher, Theologielehrer aus Budapest. Er empfand es als große Herausforderung, den „neuen Ungarndeutschen“, die ihre Kirchenzugehörigkeit in ihrem Heimatland schon aufgegeben haben, über die Geburt Christi das heilige Wort zu verkünden.
Die Hauptfrage
der diesjährigen Weihnachten ist deren Boschaft — begann Ortspfarrer Tamás Bányai die ungarische Predigt. Wie tritt Gott in das Leben der Menschen? Ist das schwer oder leicht zu erkennen? Können wir begreifen, dass in der Welt jeder Rang und Titel eigentlich überflüssig wird? Ebenso wie in dem Stall, vor mehr als zweitausend Jahren! Neben dem Christuskind werden alle Menschen zu alltäglichen Menschen. Diese Situation wäre uns heute sogar viel unbequem: plötlzlich würden unser Rang, Karriere und Vermögen verschwinden. Hätten wir „noch irgendwelchen Wert“ in der Gemeinschaft? Oder wären unsere bisherigen Werte „plötzlich deaktiviert“?
Das Thema Geschenk
hat Pfarrer Dr. Hafenscher erörtert. Man schafft in der Stube eine feierliche Atmosphäre mit Kerzen, Plätzchen, Tannenduft… Aber die Botschaft des Festes ist: „Wir sind bei Gott! Das heißt, nicht durch unsere Werke, sondern durch Gottes Gnade!“ Nach dem Gottesdienst blieben alle beisammen und tauschten ihre Gedanken bei einem kleinen Imbiss aus.
Lajos Káposzta











