Neue Pfarrerin
Für die Dagebliebenen in Siebenbürgen
Fogarasch (Rum: Fogaras) ist eine Kleinstadt in den südlichen Karpaten zwischen Hermannstadt (Sibiu) und Kronstadt (Brasov). Die hiesige, etwa 300 Seelen zählende evangelische Kirchengemeinde, hat am Samstag ein schönes Ereignis gefeiert. Ihre neue 2. Pfarrerin, Britta Seidner, wurde in ihren Dienst Ende Januar eingeführt.
In Siebenbürgen leben z.Zt. etwa 10.000 Sachsen, die mehrheitlich zur evangelischen Kirche gehören. Ihre Kirchengemeinden sind in den letzten Jahrzehnten zwar geschrumpft, aber in vielen Ortschaften leben immer noch Hunderte Gläubige. Sie werden von deutsch- und rumänischsprachigen evangelischen Pfarrern betreut. Sie geben nicht auf, es gibt immer mehr Diasporagemeinden, die aus den Zentralen besucht und versorgt werden.
Pfarrerin Seidner
kommt aus dem Sozialbereich. Sie hat das evangelische Theologiestudium in Hermannstadt im Oktober letzten Jahres absolviert. An der Einführungszeremonie nahmen zahlreiche Pfarrer aus den umliegenden Kirchengemeinden teil.
Erfreulich war die hohe Zahl der Jugendlichen: ihre Mitwirkung im Chor, bzw. Hilfe beim darauffolgenden Empfang war ein Beweis für die liebevolle Freundschaft zur neuen Pastorin.
Als Prediger
diente der Dechant aus der Hauptstadt Bukarest, Daniel Zikeli. Er hat auf der Grundlage des Hebräerbriefes des Apostel Paulus herausgearbeitet, dass jedes Kind anders lernt und andere Wünsche hat! Das eine wolle Milch, das andere schon eine feste Speise. Und das sei bei den erwachsenen Menschen ebenso. Ein Pfarrer dürfte den Mut nicht verlieren, jedem Gemeindeglied zu geben, was er / sie braucht. So müsse die neue Pfarrerin nicht perfekt sein, viel mehr treu und ehrlich.

Der erste Pfarrer der Kirchengemeinde,
Dr. Johannes Klein, ist neben seinem Amt Leiter des Studiengangs Protestantische Pastoraltheologie an der Lucian-Blaga-Universität Sibiu/Hermannstadt. Neben dieser Tätigkeit organisiert er jeden Sommer mehrere Lager für deutsche, ungarische und rumänische Kinder in den naheliegenden Dörfern Bekokten und Seligstadt. Diese Lager haben als Basis die alten Wehrkirchen und Pfarrhäuser der schon leergewordenen seibenbürgisch-sächsischen Kirchengemeinden, die dann jeweils für einige Monate mit Leben erfüllt werden.

Unter den zahlreichen Teilnehmern des Festes war auch eine kleine ungarndeutsche Delegation dabei, die ihre Studienreise direkt mit diesem Anlass verbunden organisiert haben.

Text und Bild: Lajos Káposzta






Pfarrerin Seidner
Als Prediger

