Komitatsgala in Waschkut / Vaskút

Tanz, Mundart und Auszeichnung mit dem Ehrenring

Das sich jährlich wiederholende Ereignis für die Nordbatschkaer Ungarndeutschen ist die Komitatsgala, die immer im November stattfindet. Der Ort der Veranstaltung wird immer der, in dem diejenige berühmte Persönlichkeit lebt, die für ihre Taten und Verdienste um das Ungarndeutschtum ausgezeichnet wird. Dieses Jahr war diese Siedlung Waschkut / Vaskút. Sie liegt unweit von der serbischen Grenze, südlich von der Stadt Baja, im Komitat Bács-Kiskun.

Hier ist die ungarndeutsche Gemeinschaft stark

Klubabende, Chor, Blaskapelle, Volkstanzgruppe und Nationalsprachunterricht sind die wichtigsten Beweise dafür. Die ungarndeutsche Kulturgala des Komitates bietet immer einen besonderen Anlass für die Kulturgruppen der Umgebung, sich vorzustellen. Das Programm wurde von Aliz Munding und Balázs Engi zweisprachig moderiert und beinhaltete viele berührende Elemente.

„Waschkut kann stolz sein, dass unsere Gemeinde schon 4 Persönlichkeiten dem Ungarndeutschtum geben konnte, die mit dem Ehrenring des Komitates ausgezeichnet worden sind.“ — so begann der Vorsitzende der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung seine Festrede. Csaba Vörös betonte, dass die bisher schon geehrten Waschkuter, Rita Krix, Hans Knipf, Thomas Jeromos und Stefan Turi mit ihrer unermüdlichen Tätigkeit wesentlich dazu beigetragen haben und auch heutzutage viel leisten, damit die deutsche Kultur in der Gemeinde lebendig bleibt.

Das Grußwort

von Josef Manz war eine Wegweisung für die zukünftigen Schritte. Der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen des Komitats machte eine kurze soziologische Analyse, deren Schwerpunkte der Sprachgebrauch in der Familie und in der Gemeinschaft waren. Er hielt es wichtig festzustellen, dass die Eltern vielleicht noch zur „Erlebnisgeneration“ gehören. Sie verfügen noch über Erlebnisse davon, als man in der Gasse Schwäbisch schwätzte, aber die heutigen Erwachsenen und vor allem die Jugend bilden schon die „Bekenntnisgeneration“. Es muss in ihrem Fall bewusst entschieden werden, dass sie die deutsche Kultur wählen! In ihrem Fall wird der Spruch Wirklichkeit: „Tradition bedeutet nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“!

Das Kulturprogramm

begann mit der Produktion der örtlichen Anton Kraul Blaskapelle aus Waschkut. Sie trugen 2 Stücke vor: Amsel Polka und Durch die Luft. Dirigent der Kapelle war György Huzsvay.

Dann trat der Chor vom Kulturverein der Waschkuter Deutschen auf die Bühne. In ihrem Vortrag hörte das Publikum Volkslieder. Für die Begleitung auf der Knopfharmonika sorgte Hans Knipf.

Die Tanzgruppen

von Hartau und Waschkut führten das Publikum in eine Märchenwelt zurück. Wo Kinder bzw. Erwachsene noch zu Proben gehen, um sich die Tanzschritte anzueignen und weiterzugeben, ist wirklich ein Wunder in der heutigen Welt! Die Choreographien „Kinderlust” und „Batschkaer Tänze“ haben großen Beifall geerntet.

Die Mitglieder des Katschmarer Chores Heidenröschen sind hauptsächlich Pädagogen. Sie halten es für wichtig einen „lebendigen Chor” mitzumachen. Sie trugen diesmal folgende Lieder vor: Nach meiner Heimat möcht ich ’s wieder; Es blinken drei freundliche Sterne; Irischer Segenswunsch.

Zwei Schülerinnen

aus der dritten Klasse der Nationalitätengrundschule in Waschkut haben das Publikum mit Mundarttexten ergötzt. Anna Kajtár-Stráhl trug ein Gedicht mit dem Titel „Kspiela”vor. Sonja Kubatovs Gedicht hatte den Titel „Hait on friehr”. Autor ist bei beiden Gedichten Barbara Péter.

Es ist eine Tradition, dass bei der Gala eine bedeutende Persönlichkeit, die für das Ungarndeutschtum viel geleistet hat, gewürdigt und mit dem Ehrenring ausgezeichnet wird. Dieses Mal wurde Julia Vörös (geb. Bohner) auf die Bühne gerufen. Die gebürtige Waschkuterin lebt immer noch im Dorf und spricht auch die alte Mundart, z. B. mit ihrer Mutter, Liszi Oma.

Aus der Laudatio

wurde bekannt, dass sie im Laufe ihres Lebens viel für die Weitergabe der alten Traditionen getan hat. Sie war maßgeblich am Zustandekommen der ersten Deutschen Minderheitenselbstverwaltung im Jahr 1994 beteiligt und arbeitete anschließend zwölf Jahre lang als Vorsitzende und weitere acht Jahre als Mitglied der Nationalitätenselbstverwaltung. Sie initiierte zahlreiche Veranstaltungen und Gedenkfeiern, an deren Verwirklichung sie auch mitwirkte.

Endre Vörös, Csaba Vörös, Szilvia Vörös-Mommsen, Julia Vörös (die Ausgezeichnete), Elisabeth Bohner „Liszi Oma“ (97 Jahre alt, im Rollstuhl)

In ihrer im Waschkuter Dialekt gehaltenen Rede wies sie darauf hin, dass man jeden Tag etwas für die Heimat tun muss. Das kann sich in den Gesprächen, der Betreuung der Jugendlichen oder sogar beim gemeinsamen Kochen alter Speisen realisieren.

Die Gala wurde mit einem Empfang abgeschlossen.

Text und Fotos: Lajos Káposzta