Berühmte Ungarndeutsche: Der dreisprachige Humanist aus Siebenbürgen

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Caspar Heltauer (Heltai Gáspár),
protestantischer Pfarrer und Drucker
(1510-1575)

Heltauer wurde im siebenbürgischen Heltau (ung: Nagydisznód, rum: Cisnadie — in der Nähe von Hermannstadt/Nagyszeben/Sibiu) in einer sächsischen Familie geboren. Siebenbürgen war damals als selbständiges Fürstentum Zufluchtsort der ungarischen Kultur. Seit 1541 stand die Hauptstadt (und so die mittleren Gebiete) des Ungarischen Königreiches unter türkischer Besatzung. Als zunächst katholischer Pfarrer lernte Heltauer die Lehren des Protestantismus kennen. Er war in Klausenburg (ung: Kolozsvár, rum: Cluj Napoca) tätig, und in dieser damals ungarischen Stadt bevorzugte er die ungarische Sprache bei seinen Publikationen.

Er konventierte zu den Lutheranern und begann eine Druckerei zu betreiben. Später wechselte er zu den Kalvinisten (diese wurde die Konfession der Ungarn in Siebenbürgen), dann zu den in Europa alleinstehenden Antitrinitariern (Unitariern). In seiner Druckerei wurde ein Viertel, etwa 200 Werke, der ungarischen Bücherproduktion im 16. Jahrhundert gedruckt. Er schuf die modernen Richtlinien der gedruckten ungarischen Sprache: er ließ bestimmte Buchstaben und Deklinationsformen, die vom Lateinischen abweichen, konsequent schreiben.

Lajos Káposzta