Koedukation — eine weitgehend unbekannte Errungenschaft der Nachkriegszeit

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Während in den Dorf- und Tanyaschulen in Ungarn Jungen und Mädchen in der gleichen Klasse gesessen und gelernt haben, war es in den „modernen“ städtischen Schulen anders. Bis in die 1950-er Jahre war die Koedukation ein seltener Fall.

Als Zeuge der separaten Erziehung dienen die zwei Eingänge z. B. in der ehemaligen bürgerlichen Schule in Szeged. Da sieht man über dem einen Tor „Leányok“ (also Mädchen) und dem anderen „Fiúk“ (also Jungen). Die Teilung der Geschlechter war im Zweiflügelbau möglich, der Sportunterricht fand im einzigen Turnsaal, aber natürlich separat, statt.

Erst mit Einführung moderner Methodik erfolgte die Gründung der koeduzierten Klassen ab den 1950-er Jahren. Interessanterweise blieb an den katholischen Schulen das alte System bis nach 2000 erhalten. Heutzutage ist es aber in Ungarn zum Sonderfall geworden, dass Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet werden.

Lajos Káposzta

Schultraditionen in Kecskemét