Krankheiten, Krankenhäuser, Behandlungen
Wir müssen es eingestehen, wenn man nach Ungarn zieht, rechnet man kaum damit, krank zu werden. Aber wir Menschen sind anfällig — vor allem gesundheitlich! Nehmen wir einige Situationen, in denen wir auf ärztliche Hilfe angewiesen sind!
Im ungarischen Gesundheitssystem kann man nachstehende Dienstleistungen in Anspruch nehmen:
a/ Poliklinik — hier arbeiten die sog. Hausärzte („háziorvos“). Den Hausarzt wählt man als Besitzer einer Gesundheitskarte („TAJ-kártya“) aus. Diese Karte ist vom Besitzer einer Wohnkarte („lakcímkártya“) zu beanspruchen, aber darüber haben wir schon in einem früheren Artikel geschrieben. Was wichtig ist, beim Hausarzt werden Untersuchung, Beratung, Kontrolle und natürlich Behandlung kostenfrei geleistet. Die verschriebenen Medikamente sollen in der Apotheke auf Rezept eingelöst werden. Dafür zahlt man einen ermäßigten Preis — natürlich bei Besitz einer ungarischen Gesundheitskarte.
Ich brauche eine Wohnkarte „Lakcimkártya“
b/ Arztpraxen — die meisten Ärzte haben eine Privatpraxis. Man kann sich dort anmelden, bekommt einen Termin und es werden fast dieselben Dienstleistungen angeboten, aber gegen Entgelt.
c/ Krankenhäuser — entweder durch hausärztliche Überweisung oder im Notfall mit dem Rettungswagen kommt man hierher. Für jeden Kreis gibt es ein zuständiges Krankenhaus, aber sowohl Hausarzt, als auch Rettungsdienst dürfen eine andere Entscheidung treffen. Bei chronischen Krankheiten wird hier auch stationäre Hilfe geleistet. Besondere Untersuchungen und Behandlungen (wie spezielle Hauterkrankungen, MR-Schädelröntgen, Leberbehandlung, usw.) können nur in den Komitatshauptstädten — Kecskemét, Szeged, Budapest, usw. — durchgeführt werden.
- Was passiert, wenn man keine Gesundheitskarte / „TAJ-Kártya“ besitzt?
Die Notversorgung ist kostenlos, aber die Behandlungskosten wird entweder der Patient oder seine Versicherung im Ausland tragen — wenn es denn eine gibt.
Kommentare von unseren Lesern
(Also lehrreiche Fragen und Meinungen – aus eigener Erfahrung der in Ungarn lebenden Zuwanderer)
Thema Nr 1
Nun ja, als in Ungarn lebender ausgewanderter Rentner ist man in Deutschland pflichtversichert (wenn man dort nicht privat krankenversichert war). Und daher bekommt man bei Nachweis einer Krankenversicherung und vorlegen des S1 (ehemals E123 ) auch die Taj-Karta für Ungarn damit mit der Krankenversicherung in Deutschland abgerechnet werden kann. Alle anderen müssen privat bezahlen und sich das Geld in Deutschland von seiner Kasse zurückerstatten lassen.
- Diese TAJ-Karte beantragt man bei der deutschen Krankenkasse oder in Ungarn?
- Zuerst bitte bei der ungarischen Krankenkasse (TB-Intézet) nachfragen. Das läuft seit dem 1. Januar 2023 über die Ämter. Bitte auch Lacimkartya, Registrierungskarte, Personalausweis und deutsche Krankenversicherungskarte vorlegen
Thema Nr 2
Und was heißt das jetzt? Kann ich nun mit einer deutschen Krankenkassenkarte zum Arzt oder ins Krankenhaus oder muss ich bar bezahlen und kann es mir in Deutschland von der Kasse zurückholen? Weiß das zufällig jemand?
- Meiner Erfahrung nach (wenn man überhaupt einen Arzt gefunden hat, der bereit ist eine Behandlung durchzuführen) nur gegen Barzahlung, ohne Rechnung – das heißt, abrechnen mit der KK zu Hause ist unmöglich. Ich habe es schon 2x erlebt; niemand interessierte sich nach meine Versichertenkarte!!
- Aber nein! Ich habe eine andere Erfahrung: Wir haben bis jetzt immer eine ordentliche Rechnung bekommen.
- Leider kommt das häufig vor. Mir ist es sogar schon passiert, dass man mir ein Rezept ausgestellt hat auf den Namen eines anderen Patienten, damit man sich in der Ambulanz nicht mit der deutschen Versichertenkarte herumärgern muss.
- Ich lag schon zweimal im Krankenhaus in Zalaegerszeg durch Unfälle….dazu auch Verdacht auf Herzinfarkt…usw…..und ich habe noch viele Freunde die es genau so traf… keiner wollte schwarz Geld im Krankenhaus
- Ja, ich kenne auch andere gute Beispiele! Es gibt hier in der Nähe in Lenti ein Ärztehaus wo Deutsch gesprochen wird…und auch mit der deutschen Krankenkassenkarte abgerechnet wird, ohne irgendeine Schwarzzahlung
- Bin freiwillig in Deutschland versichert. Notfallaufnahme im Krankenhaus Debrecen und die deutsche Krankenversicherungskarte wurde anstandslos akzeptiert. Das ist meine Erfahrung gewesen.
(Fortsetzung folgt)
Lajos Káposzta – Eva-Marie Meissner
Info: 0036209466727






